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UNSER LEITBILD

Pflege im Hospiz

Die anthroposophisch erweiterte Pflege geht von einem Menschenbild aus, das neben dem körperlichen Sein des Menschen ein lebendiges, ein seelisches und ein geistiges Sein umfasst. Leitgedanke ist es, den Menschen als ein sich ständig entwickelndes Wesen zu verstehen und therapeutische Maßnahmen auch unter diesem Aspekt anzuwenden.

Im Umgang mit dem schwerstkranken und sterbenden Menschen spielt unsere persönliche und fachliche Kompetenz eine wesentliche Rolle. Indem wir uns ständig um unsere eigene Entwicklung bemühen, können wir dem Schwerstkranken und Sterbenden Hilfe und Stütze sein. Die Schaffung einer zwischenmenschlichen Atmosphäre, die von Nächstenliebe, Interesse und Respekt getragen wird, ist die Grundlage einer gelingenden Begleitung und Betreuung des Erkrankten sowie ihrer Angehörigen.

Eine so verstandene Pflege begreifen wir als Kulturaufgabe. Nur ein würdevoller Umgang mit unseren Schwerstkranken, den Sterbenden und den Verstorbenen ist menschengemäß. [mehr]

 

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Christine Kolbe-Alberdi
Pflegedienstleitung

ANTHROPOSOPHIE

Anthroposophisch erweiterte Pflege

Die anthrophosophisch erweiterte Pflege geht von einem Menschenbild aus, das neben dem körperlichen Sein des Menschen ein lebendiges, seelisches und geistiges Sein umfasst.

Leitgedanke ist es, den Menschen als ein sich ständig entwickelndes Wesen zu verstehen und therapeutische Maßnahmen unter diesem Aspekt anzuwenden.

Eine wesentliche Rolle im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen spielt unsere persönliche und fachliche Kompetenz, wobei wir uns ständig um unsere eigene Entwicklung bemühen. Die Grundlage einer gelingenden Begleitung und Betreuung der Erkrankten und deren Zugehörigen ist die Schaffung einer von Nächstenliebe, Respekt und Interesse getragenen zwischenmenschlichen Atmosphäre.

Eine so verstandene Pflege begreifen wir als Kulturaufgabe, ein würdevoller Umgang mit Schwerstkranken, Sterbenden und Verstorbenen ist menschengemäß.

Musik- und Gesprächstherapie

Das Gemeinschaftshospiz Christophorus bietet seinen Patient:innen ein umfassendes musik- und gesprächstherapeutisches Konzept. Hinzu kommt die Möglichkeit einer integrierten psychotherapeutischen Begleitung. Dieser ganzheitliche Ansatz des Hospizes beruht auf dem anthroposophischen Menschenbild. 

Ziel der therapeutischen Arbeit ist – unter Einbeziehung der An-/Zugehörigen – die Verbesserung der Lebensqualität der Patient:innen. Sie werden auf ihrem letzten Lebensweg begleitet und unterstützt, indem die Symptome ihrer lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Angst, Schmerz, Wut oder Zweifel, durch Musik und Gespräche gelindert werden können.

Während andere Therapieformen eine aktive Mitarbeit des/der Patient: in erfordern, bietet die Musiktherapie das Potential auch dementiell erkrankte oder somnolente Patient:innen zu erreichen. Instrumentalmusik und Singstimmen sind Medien, die in einer akuten Situation Trost spenden und dem Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit und Spiritualität Raum geben können. Durch Lieder und Klänge können Kraft und Freude erlebt und in Gesprächen reflektiert werden.

Der Therapiebedarf wird in einem Erstgespräch ermittelt. Die Patient:innen können ihre Wünsche äußern, so dass sie aktiv in die Bestimmung der Therapieziele miteinbezogen werden. Durch die kontinuierliche Auswertung der Therapieziele können die Therapien an den Gesundheitszustand des/der Patient:in jederzeit individuell angepasst werden. 

All diese Therapieangebote finden in Absprache im Patient:innenzimmer oder im Musiktherapieraum statt. Der individuelle Therapieplan hängt immer gut sichtbar an der Innentür des Patient:innenzimmers.

Für An-/Zugehörige sind ebenfalls Gespräche möglich, um sie in dieser besonderen Lebenskrise zu begleiten und deren Selbstfürsorge zu aktivieren. 

Die Rhythmische Massage

Die rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman und Margarethe Hauschka ist eine der anthroposophischen Therapien, die auf Anregungen von Rudolf Steiner entwickelt wurden. 

Die Grundformen sind von der klassischen Massage nach Per Henrik Ling (1776-1839) abgeleitet. 

Per Hendrik Ling sah drei verschiedene Qualitäten in der Massage

  • Die mechanische Wirkung auf den physischen Leib (z.B. bei Frakturen, Zerrungen). 
  • Die chemisch-biologische Wirkung, indem Stockungen und Stauungen wieder ins Fließen gebracht werden. 60 bis 80 % des Körpers bestehen aus Wasser. Das Flüssige ist Träger des Lebendigen. 
  • Die Wirkung der dynamischen Griffqualität auf den seelischen Anteil von Verspannung und Verhärtung. 

Ita Wegman entwickelte ab 1921 die Massage weiter in eine Technik, die sich mit den Kräften des Lebendigen im Menschen und des Kosmos verbindet. 

Die Formen, die Anwendung finden, sind den Bewegungen des Sternenhimmels nachempfunden. Die beiden Räume, die eine Lemniskate umschließt, repräsentieren den ätherischen Sonnenraum mit ausstrahlenden Kräften und den Erdenraum mit einstrahlenden Kräften.

Bei allen Griffen kommt es zu einem Wechsel von Verdichten und Lösen. Die Hände des Behandlers werden Vermittler zwischen den Kräften der kosmischen Urbilder und der Wirkung im irdischen Leib. So kann sich im Organismus die Erneuerungskraft als Heilungsimpuls entfalten; d.h. Selbstheilungskräfte werden angeregt. 

Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Eine Nachruhezeit von ebenfalls 30 Minuten ist als Nachklang erforderlich. Erst im Nachklang können die Anregungen eigenständig verarbeitet werden.

"Man berührt den Himmel, wenn man einen Menschenleib betastet"
Novalis

Gemeinschaftshospiz
Christophorus gGmbH

Kladower Damm 221
14089 Berlin

Telefon (030) 365 099-0

E-Mail mail@gemeinschaftshospiz.de